ARD: Tour de France und Doping

Samstag, 7. Juli 2007 um 19:53 Uhr | Sport | toob

Nachdem es die ARD ja jahrelang geschafft hatte, die jedem Radsportinteressierten schon immer bekannten Dopinggerüchte in ihren Berichterstattungen aus Frankreich zu ignorieren, konnte das spätestens seit der Landis-Affäre 2006 und den verschiedenen Eklats dieses Jahr so nicht mehr aufrecht erhalten werden. Und nun stelle ich (nur für mich selbst!) fest, dass es beinah übertrieben wird: Beim soeben zu Ende gegangenen Prolog konnte ja kein Fahrer mehr von der Rampe starten, ohne dass sofort über seine möglichen Verwicklungen spekuliert wurde. Einzige Hoffnung: Nachdem nahezu alle Fahrer jetzt bereits durchgekaut wurden, kann in den kommenden drei Wochen ja etwas zurückhaltender damit umgegangen werden.

Das soll man nicht falsch verstehen: Natürlich darf das Thema nicht totgeschwiegen werden (und muss vor allen von den verantwortlichen Stellen angemessen verfolgt werden), aber im Vergleich zu den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten hat sich inhaltlich eigentlich gar nicht viel geändert. Die Leistungen bleiben beeindruckend und die Duelle spannend; das Zustandekommen durch unerlaubte Mittel und Methoden wird da vom Zuschauer während einer Etappe meines Erachtens völlig zu Recht vernachlässigt. Wäre das nicht so, müsste man in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf die meisten anderen Individualsportarten (meine weiteren Favoriten: Biathlon und zumindest bei Olympia auch die Leichtathletik-Wettbewerbe) im TV verzichten. Und das will ja keiner.

Etwas seltsam aber der folgende Dialog der beiden Kommentatoren:

Kommentator 1 (sinngemäß): Zabel und Bölts halten bisher den deutschen Rekord mit jeweils 12 Tour-Teilnahmen.

Kommentator 2 (fröhlich!): Und beide gedopt. Glückwunsch, das haben sie ja gut hingekriegt!

Das klang geradezu erfrischt; als könne man sich also einen Spaß daraus machen. Die anschließend für später angekündigte Auseinandersetzung mit dem Thema bezüglich gerade dieser beiden Fahrer blieb dann aber bis zum Etappenende glücklicherweise aus.

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